Frieda Kretschmann-Winckelmann, geb. Kretschmann, Berlin 1870-1939 ebda, war eine Berliner Malerin und Bildhauerin.

Durch das Ende der künstlerischen Kritik Ende der zwanziger Jahre und den darauf folgenden Ereignissen, deren Nachwirkungen bis weit in die 80er Jahre reichten, ist das Werk der Künstlerin fast in Vergessenheit geraten. Die in den letzten Jahren erschienen Publikationen sind entweder noch nicht richtig bearbeitet oder erwähnen die Malerin nur am Rande. In den Veröffentlichungen ihrer Zeit haben maßgebliche Kritiker Frieda Kretschmann-Winckelmann zu den Mitstreitern des Neuen und Vorwärtsweisenden gezählt.

Sie bildete sich bei Käthe Kollwitz als Grafikerin aus. Studienreisen führten Sie nach Paris und London. Ab 1904 beschickte sie regelmäßig die Ausstellungen der Berliner und Münchner Sezession.

Die Berliner Sezession, die als Opposition gegen den Salon und den akademischen Kunstbetrieb im Mai 1898 gegründet worden ist, gilt gemeinhin als Synonym für eine künstlerische Moderne in Deutschland und war die erste Künstlervereinigung (nach der Gruppe XI), die weibliche Mitglieder zuließ. An der Gründung nahmen vier Frauen teil: Julie Wolfthorn, Dora Hitz, Sabine Lepsius und Ernestine Schultze-Naumburg. 1901 kam Käthe Kollwitz hinzu. Neben weiteren Malerinnen, Graphikerinnen und Bildhauerinnen, die eine ordentliche oder außerordentliche Mitgliedschaft erlangt haben stellte ab 1904 auch Frieda Kretschmann-Winckelmann in der Berliner und auch in der Münchner Sezession aus.

Auch auf den großen Berliner Kunstausstellungen im Glaspalast war sie bis 1914 regelmäßig vertreten.

Sie wurde Mitglied des Vereins der Berliner Künstlerinnen e.v. 1867 an dessen Ausstellungen sie regelmäßig teilnahm; 1930 hat das Gremium sie zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt; 1931 zur Vorsitzenden; ab 1936 bis zu ihrem Tod war sie im Beirat. 1911 bezieht der Verein sein neues Vereins- und Schulhaus am Schöneberger Ufer 38. Dort beginnt man anlässlich der Hauseinweihung mit permanenten Ausstellungen.

U.a. werden von Anfang Februar bis 27. Februar 1914 Skizzen und Studien von Cornelia Paczka, Ilse von Heyden-Linden, Else von Keudell-Maurach, Fanny Levy, Aenny Loewenstein und Frieda Kretschmann-Winckelmann gezeigt.

Seit 1916 autodidaktische Bildhauerei mit der sie 1921 an der Dresdener Kunstausstellung beteiligt war.

Lit:
Profession ohne Tradition, 125 Jahre Verein der Berliner Künstlerinnen, Berlinische Galerie 1992